Hier ein paar Antworten auf häufig gestellte Fragen
Was sind Lernstörungen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Lernstörungen wie die Lese- und Rechtschreibstörung, die isolierte Rechtschreibstörung und die Rechenstörung als „umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ (ICD-10-GM-2026 F81.-).
ICD-10 F81.0 Lese- und Rechtschreibstörung
ICD-10 F81.1 Isolierte Rechtschreibstörung
ICD-10 F81.2 Rechenstörung (Dyskalkulie)
Welche Merkmale können bei Legasthenie und Dyskalkulie beobachtet werden?
Die Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und nicht alle Symptome treten bei allen Betroffenen auf.


Wer diagnostiziert Lernstörungen?
Lernstörungen dürfen nur von Kinder- und Jugendpsychiater*innen oder Psychotherapeut*innen diagnostiziert werden, denn zusätzlich zur kinderpsychologischen Testdiagnostik muss die körperliche, psychische und soziale Entwicklung des Kindes fachärztlich begutachtet werden.
Was ist integrative Lerntherapie?
Integrative Lerntherapie ist eine pädagogisch-psychologische Therapieform zur individuellen Behandlung von Lernstörungen wie Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung, LRS) und Dyskalkulie (Rechenstörung). Sie enthält diagnostische, psychotherapeutische und fachdidaktische Komponenten und ermöglicht so den gezielten Aufbau der Schlüsselkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die Wiederherstellung der seelischen Gesundheit und die Sicherstellung einer angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Wie läuft integrative Lerntherapie ab?
Nach einem Erstkontakt am Telefon oder per E-Mail laden wir die Eltern ohne das Kind zu einem unverbindlichen Anamnese- und Informationsgespräch in die Praxis ein. Wir befragen die Eltern zur Vorgeschichte und zur aktuellen Situation des Kindes, informieren sie über die Lerntherapie und geben ihnen die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
Wenn Eltern und Therapeutin sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, wird das Kind zu einer eigenen kostenlosen Schnupperstunde eingeladen, in der es die Praxis und die Therapeutin kennenlernt und mit der Therapeutin spielt.
Wenn auch Kind und Therapeutin sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, bekommt das Kind einen Therapieplatz (wir führen eine Warteliste).
Das Kind kommt 1x pro Woche für 45 oder 60 Minuten zur Einzeltherapie; die Eltern können in den letzten Minuten hereinkommen. Sie bekommen dann gezeigt, was in der Stunde gemacht wurde und was das Kind zu Hause üben kann.
In den ersten 4 Wochen liegt der Schwerpunkt auf einer sorgfältigen individuellen Förderdiagnostik; es werden jedoch bereits erste lerntherapeutische Interventionen durchgeführt.
Nach dieser Zeit folgt ein Auswertungsgespräch mit den Eltern und eine vorläufige Therapieplanung.
Zur Förderung verwenden wir kleinschrittige, wissenschaftlich fundierte und anerkannte Methoden, die an den Symptomen ansetzen. Im Bereich LRS nutzen wir z.B. die Materialien von Reuter-Liehr, FRESCH, den Kieler Leseaufbau, passende Lern- und Bewegungsspiele und vielfältige Zusatzmaterialien. Im Bereich Dyskalkulie nutzen wir z.B. die Förderbausteine von Wartha, Gaidoschik oder DZLM (Pikas und Mathe sicher können), TIGRO, strukturierte Anschauungs- und Handlungsmaterialien wie Rechenrahmen und Dienes-Material und passende Lernspiele.
Wer bezahlt die integrative Lerntherapie?
Häufig tragen die Eltern die Kosten für eine Lerntherapie selbst.
Jugendämter können die Kosten auf Antrag der Eltern übernehmen, falls das Kind bzw. der/die Jugendliche einen Anspruch auf Eingliederungshilfe nach §35a SGB VIII hat. Zur Prüfung des Anspruchs benötigt das Jugendamt unter anderem ein fachärztliches Gutachten über die Lese-, Rechtschreib- oder Rechenstörung und über die damit zusammenhängende drohende oder bereits vorliegende seelische Behinderung.
Unsere LernPraxis ist seit vielen Jahren als Leistungsträger der Jugendämter Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis und Main-Taunus-Kreis anerkannt.
Wo gibt es weitere Informationen zu Lernstörungen und Lerntherapie?
FiL (Fachverband für integrative Lerntherapie)
BVL (Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e.V.)
LONDI (Lernstörungen Online-Plattform für Diagnostik und Intervention)

